Regierungspräsident Carsten Gabbert hat bei einer Begehung des Stadtwalds Oppenau zusammen mit dem Bürgermeister Uwe Gaiser und Vertretern des Ortenaukreises Einblick in die laufende Forsteinrichtung genommen. Fachleute der Forstdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg und der unteren Forstbehörde erläuterten das Vorgehen bei der Erstellung des Plans für die kommenden zehn Jahre. Ziel ist es, die Wälder angesichts der Folgen der Klimaerwärmung widerstandsfähiger zu machen.
Zehnjahresplan und konkrete Maßnahmen
Die Forsteinrichtung legt alle zehn Jahre fest, welche Pflegemaßnahmen wo und wie häufig im Wald erfolgen sollen. Für den Stadtwald Oppenau wurden im Zuge intensiver Begehungen im Jahr 2025 konkrete Vorschläge für knapp 2000 Hektar erarbeitet. Ein Schwerpunkt ist die Verjüngung alter Tannenbestände, um Licht und Raum für eine nachfolgende Waldgeneration mit höherem Anteil an Mischbaumarten zu schaffen. Der Gemeinderat soll den Plan Ende Mai beschließen.
Regionale und landesweite Dimension
Die Landesforstdirektion am Regierungspräsidium begleitet kommunale Waldbesitzer in Baden Württemberg bei der Zukunftsplanung. Landesweit sind die Expertinnen und Experten der Forstdirektion zusammen mit den örtlichen Forstrevierleitungen jährlich auf knapp 60 000 Hektar in rund 100 Kommunalwäldern tätig. Im Ortenaukreis wurden im vergangenen Jahr rund 10 000 Hektar in 13 Kommunalwäldern und vier Waldgenossenschaften bearbeitet. In diesem Jahr sind mehr als 5000 Hektar in zehn Städten und Gemeinden neu zu planen.
Beteiligte, Zielkonflikte und Dringlichkeit
Regierungspräsident Gabbert wies auf den zunehmenden Druck durch die Klimaerwärmung hin und beschrieb die Anpassung der Wälder als eine Herkulesaufgabe. Er betonte, dass die Forsteinrichtung die Weichen so stellen soll, dass die Wälder auch für kommende Generationen erhalten bleiben. Arno Mattes vom zuständigen Referat am Regierungspräsidium erklärte, dass die Planung die Vorstellungen der Eigentümer ebenso berücksichtigt wie gesetzliche Vorgaben und die verschiedenen Funktionen des Waldes.
Die Forstdirektorin vor Ort und die Revierförster haben gemeinsam spezifische Ziele und Pflegemaßnahmen für jeden Waldort entwickelt. Yvonne Bierer vom Landratsamt Ortenaukreis erinnerte an die Rolle des Waldes als CO2 Speicher und forderte zugleich, die vielfältigen Funktionen wie Erholung und Wasserschutz nicht aus dem Blick zu verlieren. Forstliche Planung müsse die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Ansprüchen herstellen, sagte sie.
Michael Großer, Dezernent für den Ländlichen Raum im Ortenaukreis, lobte die Zusammenarbeit der Beteiligten bei der Erarbeitung der Planung. Bürgermeister Uwe Gaiser hob hervor, dass eine nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung höchste Priorität habe und der neue Plan die Grundlage dafür schaffe, dass auch kommende Generationen einen gesunden, ökologisch wertvollen und wirtschaftlich tragfähigen Wald vorfinden.
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